Symposium, Peking

„Kann Gestaltung Gesellschaft verändern?“

Samstag, 31.10.2015

10–19:30 UHR

Goethe-Institut China, Peking

Ort: Originality Square, 798 Art District, No. 2 Jiuxianqiao Road, Chaoyang District, Beijing
Sprache: Englisch, Chinesisch (Simultanübersetzung)
Eintritt frei

In Kooperation mit dem „Projekt Bauhaus“ wird das Goethe-Institut China Fragen diskutieren, die zur Einordnung der historischen Bedeutung des Bauhauses beitragen: „Kann Gestaltung Gesellschaft verändern?“ Wie können wir in die stets fortschreitende Modernisierung emanzipative Ideen einschreiben? Hat sich der Anspruch des Bauhauses und der klassischen Avantgarden, durch Gestaltung Gesellschaft positiv zu verändern, eingelöst? Wie können wir uns heute in neuer Weise vorstellen, Wandel und Zukunft zu gestalten? Was sind gezielte, aber doch ergebnisoffene Arbeitsformen? Welche Rolle spielt Koproduktion? Wie kann man sein eigenes Dasein gestalten? Welche Rolle kommt dem Gestalter zu? Oder hätte heute eher die Abwesenheit von Gestaltung ein befreiendes Moment?

programm

10–12:30 UHR
Podiumsdiskussion I: Utopische Objekte
Sprecher: Walter Scheiffele (Kunsthochschule Weißensee), Hang Jian (Direktor, bauhaus Institute, China Academy of Art / Direktor, China Design Museum), Egon Chemaitis (Designer, Professor), Jamy Yang (Produktdesigner, Gründer von YANG DESIGN & YDC)

Von vielen politischen und künstlerischen Utopien des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts hat das Bauhaus um 1919 seine Energien bezogen und ist dabei selbst zu einem Symbol sich immer wieder neu erfindender und in die Realität eingreifender Utopie geworden, – ohne dabei offenbar den ideellen Überschuss zu verlieren. Utopie und kulturelle Totalität begleiten die Bauhausstudenten (bestes Beispiel Wilhelm Wagenfeld) auf ihrem Weg in die Industrie, sie haften ihrem Industriedesign bis heute an. Was davon hat sich im Denken und Entwerfen heutiger Gestalter erhalten? Welches Potenzial bewahrt sich eine Utopie, die wohl dringendes Korrektiv zu einem falschen Konsum-Bewusstsein sein müsste?

Moderation: Thomas Eller (Künstler, Kurator),
HE Wei (Ph.D, Associate Professor, School of Architecture, CAFA)


14–16:30 UHR

Podiumsdiskussion II: Architekturtransfer
Sprecher: Lukas Stanek (University of Manchester), Charlie Q. L. Xue (Professor, City University of Hong Kong), Stephan Rewolle (gmp · International GmbH, Beijing representative office), Daan Roggeveen (Architekt) u.a.

Der Anspruch des Bauhauses und der klassischen Avantgarde war, ein universelles Design zu schaffen, das auf Grundprinzipien beruht und weltweite Gültigkeit hat. Der neue Ort des Goethe-Instituts im ehemaligen Industriekomplex 798 ist ein Beispiel für einen vom Bauhaus inspirierten Architekturtransfer. In dieser Runde diskutieren Architekten mit Auslandserfahrungen über die Frage der Internationalität und des Transfers von Architektur in diverse kulturelle Kontexte. Import von Iconic Architectures oder Rückkehr zur nationalen Architektur?

Moderation: Philipp Oswalt („Projekt Bauhaus“),
Zhou Rong (School of Architecture at Tsinghua University)


17–19:30 UHR

Podiumsdiskussion III: Stadt – Land
Sprecher: Zhang Ke (Architekt), Min Jay Kang (Associate Professor at the Graduate Institute of Building and Planning, National Taiwan University), Benjamin Förster Baldenius (raumlabor), Kai Vöckler (Professor für Kreativität im urbanen Kontext an der Hochschule für Gestaltung Offenbach), Philipp Oswalt (Professor für Raum und Design-Strategien an der Universität Kassel: Project in Reinhardswald, Space Pioneer: on Maintaining the Existence of Rural Space) u.a.

Der rasante Urbanisierungsprozess in China, der lange Zeit den Architektur- und Stadtdiskurs bestimmt hat, ist in eine Krise geraten. Immer mehr Architekten suchen nach einer alternativen Praxis und entdecken dabei den ländlichen Raum und seine traditionellen Bauweisen als Inspirationsquelle wieder. Es scheint, als biete die Suche nach einem neuen Stadt-Land-Verhältnis (wieder einmal) die Möglichkeit, auf der urbanistischen Ebene große gesellschaftliche Visionen zu entwickeln. Was sollen die Architekten tun? Kann Gestaltung Gesellschaft verändern?

Moderation: Anh-Linh Ngo („Projekt Bauhaus“),
Plus Wong (Architektur- und Kunstkritiker, Kurator)

Pressekontakt
„Projekt Bauhaus“
c/o ARCH+ Verein zur Förderung des Architektur- und Stadtdiskurses e.V.
Auguststraße 69
10117 Berlin

Veranstalter: „Projekt Bauhaus“ / ARCH+ Verein zur Förderung des Architektur- und Stadtdiskurses e.V.
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In Kooperation mit dem Goethe Institut-China.
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