Gestaltung muss in eine sich rasant verändernde Welt eingreifen.

Gerda Breuer

Historikerin für Kunst- und Designgeschichte und Schriftstellerin

Es ist nicht die Frage, ob Gestaltung Gesellschaft verändern kann, Gestaltung muss in eine sich rasant verändernde Welt eingreifen, soll diese nicht über die Köpfe der Menschen hinweggehen. Gestaltet wird so oder so, von wem und wie auch immer. Wir hinken ohnehin einem wilden Erfindungs- und Produktionsüberschuss hinterher. Intellektuell und emotional muss er Menschen dienlich und gerecht gemacht werden. Das ist zu Bauhaus-Zeiten nicht anders gewesen als heute. Das Verdienst dieser Avantgarde bestand in erster Linie darin, symbolische Objekte, die hochgradig kommunikativ, reflexiv und emanzipativ waren, für eine neue Zeit zu schaffen, Gestaltung in großen Zusammenhängen zu sehen und projektiv auf eine menschengerechte Zukunft hin zu entwerfen.
Gestaltung ist Reflexion, der Versuch, Visionen visuell zu kommunizieren. Direkt übertragbar auf heutige Zeit ist fast keine Lösung des Bauhauses, aber unter neuen Parametern ist seine grundsätzliche Haltung nach wie vor geltend.

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